04. Dezember 2012

Carpegen holt Platz zwei beim Innovationspreis

Netzwerk zeichnet Firma aus Münster aus

MÜNSTER/MÜLHEIM AN DER RUHR. Spitzenergebnis für die münstersche Firma Carpegen. Gestern erreichte das Unternehmen von der Mendelstraße den zweiten Platz beim Innovationspreis des Netzwerkes ZENIT. Der Preis wurde gestern in Mülheim an der Ruhr verliehen.

Die Jury würdigte damit das überzeugende Vorhaben des Unternehmens, aus einem innovativen Produkt aus dem Bereich Medizintechnik eine komlexe Systemlösung mit hohem Marktpotenzial zu entwickeln, so Dr. Otmar Schuster, Vorsitzender des Netzwerks ZENIT.
Davon profitieren sollen in Zukunft Kunden und Patienten, aber auch das Unternehmen selbst. Grundlage ist ein Analyseprodukt, mit dem Bakterien bestimmt werden können, die für die Volkskrankheit Parodontitis verantwortlich sind. Bislang müssen dafür beim Zahnarzt entnommene Proben zur Auswertung in das Carpegen-Labor nach Münster geschickt werden. Für die Patienten bedeutet dies einen zweiten Praxisbesuch, für den Zahnarzt selbst einen erhöhten Aufwand und für die Krankenkassen hohe Kosten. Mithilfe eines Förderprojektes des Bundesforschungsministeriums arbeitet man in Münster zurzeit an einem Echtzeit-Minilabor, das die Auswertung einer Probe innerhalb einer halben Stunde direkt beim Zahnarzt ermöglicht. Die Kosten dafür werden weit unterhalb von bereits existierenden Konkurrenzprodukten liegen.

Entwickelt wird das Minilabor gemeinsam mit dem ebenfalls in Münster ansässigen Unternehmen Systec und der Uniklinik Bonn. Mit dem geplanten Verkauf ab Ende 2013 wird es Ärzten auch ohne Vorkenntnisse möglich sein, Echtzeit-Analysen durchzuführen. Das System mit dem Namen Gyronimo besteht aus einem Analyzer und Einwegkartuschen. Jede Kartusche enthält alle für die Analyse erforderlichen Reagenzien. Die quantitative Analyse liefert hochzuverlässige Ergebnisse, die gemeinsam mit einer individuellen Therapieempfehlung auf einem angeschlossenen PC oder Tablet-PC ausgegeben und direkt mit dem Patienten besprochen werden können.

Das ist das Netzwerk ZENIT

Das Netzwerk ZENIT wurde 1984 gegründet und besteht heute aus rund 200 vorrangig mittelständischen Unternehmen aus NRW. Beide Organisationen dienen dem technologie-orientierten Mittelstand als externe Stabsstelle für Fragen rund um Innovationsmanagement und neu Technologien. Die Gesellschafterstruktur: Neben dem Netzwerk sind dies das Land NRW sowie ein Konsortium aus NRW.Bank, WGZ Bank und der Bankenvereinigung NRW.

Münstersche Zeitung, 04.12.2012