Bakterienzahl exakt bestimmen: "Nutze das Gen!"

Führender Diagnostik-Anbieter feiert Jubiläum

Im September 2011 feierte die Carpegen GmbH (www.carpegen.de) aus Münster zehnjähriges Bestehen. Das Unternehmen hat sich bei Zahnärzten und Ärzten einen Namen als Spezialist für molekulardiagnostische Verfahren erworben. Viele Zahnarztpraxen beispielsweise nutzen regelmäßig das Testsystem Carpegen Perio Diagnostik, um für ihre Patienten die jeweils beste Therapie gegen Zahnfleischentzündungen (Parodontitis) zu finden. Andere Carpegen-Testsysteme dienen der Charakterisierung von Bakterien- und Pilzstämmen oder werden als Nachweisverfahren in der Humangenetik eingesetzt.  

Getreu dem Firmennamen Carpegen, zu deutsch etwa: "Nutze das Gen", konzentriert sich das Unternehmen auf moderne Genanalyse-Verfahren. "Insbesondere entwickeln wir Real-Time-PCR-Verfahren und innovative Diagnostik-Tests für die Arztpraxis", erläutert die Molekularbiologin und Carpegen-Geschäftsführerin Dr. Antje Rötger. Die Entwicklungsarbeiten werden unter anderem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.  

Referenzmethode zur Parodontitis-Erkennung

Der im Jahr 2003 erstmals vorgestellte Test Carpegen Perio Diagnostik ermöglicht es, Art und Anzahl Parodontitis-auslösender Bakterien in der Mundhöhle exakt zu bestimmen. Mit diesem Wissen können Zahnfleischentzündungen, unter denen fast jeder dritte Deutsche leidet, zielgerichtet behandelt werden. Zahlreichen Zahnärzten gilt der seither vielfach eingesetzte Carpegen-Test als Referenzmethode. Auch wissenschaftliche Untersuchungen belegen regelmäßig die qualitative Marktführerschaft des Verfahrens – zuletzt eine Vergleichsstudie, die an der Steinbeis-Hochschule Berlin in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft für Parodontologie durchgeführt wurde (Untch, Martin / Schlagenhauf, Ulrich: Veröffentlichung in Vorbereitung).  

Weiterentwicklung geplant

Aktuell arbeitet das Carpegen-Entwicklungsteam daran, das molekularbiologische Verfahren hinter dem Carpegen Perio Diagnostik-Test weiterzuentwickeln: Künftig soll der Zahnarzt die Testergebnisse erhalten, noch während der Patient auf dem Behandlungsstuhl sitzt. So kann er sofort mit einer gezielten Therapie beginnen. "Die Technologie hinter der Point-of-Care-Diagnostik wird universell einsetzbar sein", berichtet Rötger. So sei bereits geplant, das System neben der Parodontitis-Keim-Erkennung auch für die Diagnose anderer Infektionserkrankungen anzupassen, etwa zur Erkennung der gefährlichen multiresistenten "Krankenhauskeime" (MRSA) oder der für Durchfallerkrankungen verantwortlichen Erreger, zum Beispiel Noroviren. Das Forschungsministerium (BMBF) hat der Carpegen GmbH bereits zugesagt, die Entwicklung dieser sogenannten Point-of-Care-Diagnostik über die kommenden vier Jahre hinweg zu unterstützen.

Parodontologie Nachrichten, Dezember 2011