Millionen für Diagnose direkt beim Arzt
Zwei Firmen aus Münster erhalten Zuschlag
MÜNSTER. In vier Jahren soll das Produkt marktreif sein, mit dem Ärzte in ihrer Praxis Infektionserreger diagnostizieren können. Zahnärzte etwa können auf diese Weise vor Ort schädliche Parodontitis-Bakterien erkennen und direkt behandeln. Die Biotechnologie-Firmen Carpegen und Systec aus Münster erhalten 1,6 Millionen Euro vom Bundesforschungsministerium, um das Projekt zum Abschluss zu bringen. Das sind 60 Prozent der Gesamtkosten von 2,4 Millionen Euro.Carpegen analysiert für Zahnärzte in ganz Europa Bakterien, die an Zahnfleischentzündungen beteiligt sind. Systec entwickelt Analysegeräte für Arztpraxen. In dem Förderprojekt arbeiten beide Firmen zusammen. Ihr Verbund ist einer von elf bundesweit, die Geld erhalten.
Marktreifes System
Mithilfe der Förderung sollen die Unternehmen eine selbst entwickelte Technologie zu einem marktreifen System weiterentwickeln. Die Förderung sei eine große Chance, da gerade dieser Schritt mit enorm hohen Kosten verbunden sei, sagt Carpegen-Geschäftsführerin Dr. Antje Rötger.
Gute Ergebnisse
Den Grund dafür, dass das Geld nun nach Münster fließt, sieht Systec-Chef Tilman Wolter in den bisherigen Ergebnissen der beiden Firmen, die sehr vielversprechend seien.In den Arbeiten, die nun folgen, wird Carpegen biochemische Nachweisverfahren erforschen, Systec wird ein Analysegerät entwickeln, das in Arztpraxen zum Einsatz kommen kann. Man könne die Technologie auch für andere Zwecke einsetzen - etwa zur Diagnose von Noro-Viren oder von Krankenhauskeimen, sagt Antje Rötger.
Für Carpegen und Systec ergeben sich dadurch weitere Chancen. Die Bundesregierung fördert mobile Diagnostiksysteme unter anderem, weil sie beim Sparen helfen. Je früher eine Krankheit erkannt wird, desto geringer sind die Folgekosten.
Münstersche Zeitung, 15.02.2011
