Hightech-Diagnostik in der Arztpraxis
Bund fördert Projekt der Technologie-Experten Carpegen und Systec mit 1,5 Mio Euro
Erfolg für die münsterische Technologieszene: Als einer von elf deutschen Verbünden haben die Firmen Carpegen und Systec in Münster vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) den Zuschlag für ein Projekt im Rahmen des Forschungsförderungsprogramms "Mobile Diagnostiksysteme" erhalten. Das Projekt-Volumen beträgt 2,4 Millionen Euro. Etwa 60 Prozent davon werden vom BMBF finanziert. In dem Verbundprojekt, an dem auch die Zahn-, Mund- und Kieferklinik der Universität Bonn beteiligt ist, soll in den nächsten vier Jahren ein System bis zur Marktreife entwickelt werden, mit dem Ärzte und Zahnärzte in der eigenen Praxis die Diagnostik von Infektionserregern durchführen können.
"Die erneute Förderung stellt eine Riesenchance für unseren Verbund dar, da die Weiterentwicklung des Labormusters bis zum vermarktbaren Produkt mit hohen Kosten verbunden ist", so Dr. Antje Rötger, Geschäftsführerin des Biotechnologie-Unternehmens Carpegen. Als erstes marktfähiges Produkt soll Zahnärzten ein Diagnostik-System an die Hand gegeben werden, mit dem sie während des Patientenbesuchs schädliche Parodontitis-Bakterien nachweisen und unmittelbar Therapiemaßnahmen einleiten können.
Damit zielt Carpgen auf den eigenen Kundenstamm: Seit 2003 führt das Biotechnologie-Unternehmen für deutsche und europäische Zahnärzte die Labordiagnostik von Bakterien durch, die an Zahnfleischentzündungen beteiligt sind. Während Carpegen die biochemischen Nachweisverfahren erforscht, wird Systec das Analysegerät entwickeln.
Westfälische Nachrichten, 26.02.2011
