BMBF fördert Forschungsprojekt von Carpegen und UKM
Gen-Chip soll Diagnose bei chronischer Lebererkrankung verbessern
Sicher, schnell und Kosten sparend: So kann in naher Zukunft das neue Diagnoseverfahren zur chronischen Lebererkrankung "Morbus Wilson" aussehen. Ermöglichen soll das neue Diagnoseverfahren ein weltweit einmaliger Gen-Chip aus Münster. Die Entwicklung dieses Gen-Chips ist das Ziel eines gemeinsamen Forschungsprojektes von Carpegen und dem Universitätsklinikum Münster (UKM). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Verbundprojekt mit rund einer Million Euro.
Der Gen-Chip soll die Diagnose der Erkrankung qualitativ enorm verbessern und vereinfachen. Damit sollen auch die Kosten für die bislang sehr aufwändigen Diagnoseverfahren in Zukunft gesenkt werden.
Prof. Schmidt, Leiter der experimentellen UKM-Transplantationshepatologie (Lebertransplantationen), sieht in der Kooperation zwischen dem UKM und dem Biotechnologie-Unternehmen auch ein gelungenes Beispiel, wie "Wissenschaft und Wirtschaft am Technologie-Standort Münster gemeinsam neue Produkte entwickeln können. Die Förderung durch das BMBF eröffnet uns dafür eine hervorragende Grundlage."
Und auf dieser Grundlage soll nun in drei Jahren der Prototyp des Gen-Chips entstehen. Für den Leberexperten Schmidt sind es nicht nur an Morbus Wilson erkrankte Menschen, die von der geplanten Technologie zukünftig profitieren könnten: "Wenn der Chip funktioniert, könnten weitere Chipvarianten auch für die Diagnose anderer Krankheiten genutzt werden. Denn das technische Verfahren auf dem Chip bleibt identisch."
Morbus Wilson
Morbus Wilson ist eine seltene chronische Lebererkrankung, die leicht übersehen werden kann. Erkennt man sie aber früh und rechtzeitig, ist eine Therapie und Heilung möglich und die Betroffenen können ein nahezu normales Leben führen. Wird die Erkrankung dagegen erst spät erkannt, sind die Überlebenschancen sehr gering. Bei der Wilson-Krankheit wird das Kupfer im Körper der Erkrankten nicht vollständig ausgeschieden, sondern verbleibt im Organismus. Ursache der Erkrankung ist eine Gen-Mutation. Diese kann in verschiedenster Form auftreten, was die bisherige Diagnose zusätzlich erschwert.
